Segelfluggruppe Dittingen

Ein Kurztrip Flyout nach Rothenburg

An unserem traditionellen SGD Saison Schlussabend im Oktober hat uns Urs Hofer  über eine  Idee informiert. Er möchte am 2. und 3. Dezember mit seinem Piper nach Rothenburg ob der Tauber fliegen um die Stadt und den weltbekannten Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Eine sehr alte historische Stadt an der Grenze zu Baden-Württemberg und dem Freistaat Bayern.

Er sei diesen Flugplatz auch schon angeflogen und es wäre für uns alle ein gutes Training. So war es denn auch, die Vorbereitungen bezüglich Zollformalitäten und dem grenzüberscheitenden Flugverkehr mit Flugplan und natürlich dem Wetter haben wir einige Tage zuvor genau ausgeführt. Somit waren wir bereit.

Die Teams wurden gebildet und die Dimona der SGD und die MCR von den Geoflyers reserviert. Das Wetter am Mittwochmorgen sollte es gut mit uns meinen und der Start in Dittingen nach Basel gelang mit frostigen Temperaturen. Zur Entfeuchtung und Enteisung des „Capos“ kam uns nebst der Kabinenheizung auch die Sonne zur Hilfe. Nach der Landung RWY 26  in Basel nahm uns Urs in der GABA in Empfang.

Wobei ich sofort an Urs das wichtigste Kleidungsstück vermisste…die weltbekannten Hosenträger… sie fehlten. Woran mag es liegen?? Die Lösung ist einfach, seine geliebte Piper blieb in Basel wohlbehalten zurück auf dem Lift im Hangar.

Es fiel Urs nicht leicht, doch es standen 4 Sitzplätze zur Verfügung für  4 Piloten in 2 Flugzeugen, die etwa die gleiche Reisegeschwindigkeit vorweisen konnten.

Nach dem Papierkram ging es los auf der RWY 15 praktisch in Formationsstart und Formationsflug Richtung Freiburg. Der Anflug und die Landung verliefen sehr gut und wir wurden dank unserem Flugplan bereits erwartet. Auf diesem Flugplatz ist immer etwas los. Es schwirrten gar komische Fluggeräte umher, auch Gyrocopter genannt, aber auch die Deutsche Luftrettung präsentiert dort einen EC 145 vor Ort. Die Angestellten vor Ort sind sehr freundlich und die Landetaxen mit 7.00 Euro sehr angenehm.

Auf dem Anflug nach Freiburg ist uns eine tief liegende Wolkendecke über dem Schwarzwald aufgefallen. Genau die hat uns zu einer längeren Pause gezwungen bis es weiter gehen konnte Richtung Nordost.

Der Schwarzwald ist ja riesig, vorbei an zahlreichen Tälern und Dörfern, überfliegen von Kurkliniken und Burgen und das Suchen des optimalen Flugweges vorbei an Antennen, Windrädern und zeitweise tiefhängenden Wolkenfetzen war sehr abwechslungsreich, aber stets sicher.

Die Sonne konnte uns von jetzt an nicht mehr anstrahlen. Es wurde grau und die Basis kam tiefer je näher wir unserem Ziel kamen. Der Anflug und die Landung verliefen sehr gut, wobei sich Urs an die doch höheren Endanflüge mit der Dimona gewöhnen musste. (Bisch nit chli hoch?)

Beide Flugzeuge wurden vollgetankt und parkiert und schon war unser Taxi bereit für die Fahrt in unser Hotel. Der Besitzer des Gasthofs ist zugleich auch der Geschäftsführer der ansässigen Fluggruppe. Super dieser Service!!

Der Hunger und der Durst wurde jetzt langsam zum Thema, wobei der Schreiberling wie immer mit Wasser und etwas zum Essen ausgerüstet war.

Somit wurde der beste Wurststand am Markt aufgesucht. Auch ein oder zwei richtige Biere aus Bayern wurden gekostet. Prost.

Der Rundgang über den Weihnachtsmarkt und in den verschieden Geschäften gab uns die Erkenntnis, schön aber zum Glück sind unsere Frauen nicht dabei…..es wäre teuer geworden.

Also einer hatte die Frau ja schon dabei, fanden wir nebenbei noch heraus. Gabriela ist mit einer Kollegin mit dem Car angereist und auch sie genossen die Zeit in dieser schönen Stadt.

Ist euch jetzt auch aufgefallen wieso Urs unbedingt um diese Jahreszeit hinfliegen wollte! Ich schreibe hier nur zwei Worte:  Finanzielle Schadenbegrenzung!!

Nach dem Nachtessen durften wir um 21.30 noch eine Stadtführung mit dem wohl noch einzigen richtigen Nachtwächter auf der Welt geniessen. Bewaffnet mit einer Hellebarden und einem Feuerhorn und einer Laterne erzählte er mit viel Witz und Schauspielerei die vergangene Zeit in dieser Stadt.

Somit durfte dieser Tag erfolgreich zu Ende gehen.

Nach dem Frühstück hiess es Flugzeuge bereit machen und ab Richtung Westen direkt nach Speyer. Ein doch grösserer Flugplatz mit einer guten Infrastruktur für die Business Fliegerei und das angrenzende Technik Museum macht dies zu einem schönen Ausflugsziel.

Der Anflug mit einem PAPI war wieder was für Urs. Sehr schön flach rein und schön sanft aufsetzen. Das Museum ist nur über eine Strasse gut zu Fuss in 5 Minuten erreichbar.

Es hat für alle etwas zu bestaunen. Es befinden sich hunderte versch. Gerätschaften vor Ort. Vom Velo bis zum grossen Feuerwehrauto, vom  Segelflugzeug bis zum Boeing 747.

Die Zeit war gekommen um zu starten mit dem Flugplan Richtung Basel und  Philipp und Michi mit der MCR direkt nach Bressaucourt.

Der A5 entlang Richtung Süden erreichten wir bald Basel mit einer doch eher schlechten Bodensicht die sich aber genau etwa 5 km vor dem Flugplatz aufgelöst hatte. Der Tower fragte mich bei NE ob ich die Piste sehen würde? Na klar sehe ich die Piste und somit konnten wir einen Direktanflug auf die Piste 15 erfliegen. Super Sache!!

Nach den Zollformalitäten habe ich mich nun alleine auf in die Luft gemacht um sicher um 16.04 in LSPD zu landen.

Erkenntnisse aus diesen 2 Tagen:

Tower Basel sehr angenehmer und toller Service. Flugplätze in Deutschland sehr günstige Landetaxen und freundlicher Empfang. Zollabwicklung einfach. Flugplanaufgabe bei der Deutschen Flugsicherung einfach. Navigation wird anspruchsvoller wenn die Alpen und der Jura als Referenz fehlen.

Ein grosses DANKE an Urs Hofer für die gute Idee und die Vorbereitungen.

Auch ein Danke an Michi Jermann und Philipp Glogg fürs „mitcho“ es war ein toller Ausflug  „by plane“.

Renato Meyer